Es ist wie verhext, oder ist es der Fluch der Karibik? Längst wollten wir schon in Kuba sein, aber die kleinen Antillen wollen uns einfach nicht loslassen. Am Karnevalsdienstag schaffen wir es endlich, das quirlige Fort de France auf Martinique zu verlassen und erreichen nach einer wunderbaren Sausefahrt mit minimaler Welle, gutem Rückenwind und einem ordentlichen Barrakuda an der Schleppangel das schöne Städtchen Saint Pierre an der Nordspitze der Leeküste. Im Morgengrauen lichten wir den Anker und pirschen uns mit stark gerefften Segeln vor zum Nordkap der Insel und da kracht es auch schon wieder um die Ecke. Die Passage ist, wie erwartet, ruppig. Vier Stunden bolzen wir durch Regenschauer, Windböen und ordentlich Welle bis an der Leeküste von Dominika, wo der Spuk wieder vorbei ist. Die bizarren Gebirgsformationen der Insel bieten uns Schutz vor Wind und Wellen des Atlantiks und wir schleichen gemütlich die Küste entlang gen Norden. Ab und zu schubst uns mal eine Bö voran, während wir uns von der Passage erholen, ein warmes Süppchen schlürfen und das saftige Grün der Insel bestaunen. Dominica gefällt uns auf Anhieb und all unsere navigatorischen Überlegungen scheinen aufzugehen. Wie geplant haben wir die 55 Seemeilen im Hellen geschafft und erreichen sogar noch eine Stunde vor Sonnenuntergang die Prince-Rupert-Bay im Norden der Insel. Noch während wir uns dem Ankerplatz vor Portsmouth nähern verstauen wir die Segel und klaren das Boot auf, alles klappt wie am Schnürchen und wir brauchen nur noch den Anker zu werfen um dann einen Sonnenuntergangs-Rumpunsch mit den schon gesichteten befreundeten Booten zu nehmen. So der Plan… Doch als wir in den Rückwärtsgang schalten, um unseren Anker einzugraben geht ein ziemlich ungesund klingendes Scheppern durch den Bauch der INTI. Was ist das? Ein Blick in den Motorraum und Smutje stellt fest, dass die Wellenkupplung, also das Teil, welches Welle und Schraube mit dem Motor verbindet, sich komplett verabschiedet hat. Das Problem hatten wir schon mal in Portugal, aber diesmal sind nicht nur drei sondern alle sechs der verbindenden Gummiteile gerissen! Smutje schnappt sich die Taucherbrille, um die Schraube zu checken, denn normalerweise reissen diese Teile, wenn man sich ein Fischernetz, Tau oder Ähnliches eingefangen hat und der Propeller ruckartig gestoppt wird. Doch nichts?! Wenigstens der Anker scheint gut eingegraben zu sein, nicht auszudenken, was passieren kann, wenn dieser ohne funktionierenden Motor zum Flüchten ins Rutschen gerät… Also mal wieder Glück im Unglück, doch Frust macht sich breit. Wir schlafen schlecht und grübelig und beginnen den Tag mit einer langen Diskussion, in der das erste Mal Überlegungen wie Zurückfahren oder Abbrechen auftauchen. In den letzten Wochen ist einfach zu viel kaputtgegangen und wir sind ziemlich reparaturmüde! Doch um so mehr wir überlegen, um so mehr stellen wir fest, was für ein robustes Schiff wir eigentlich haben. Reparieren gehört einfach dazu und im Vergleich zu vielen anderen Booten die wir bisher getroffen haben scheinen wir eigentlich noch ganz gut weggekommen zu sein. Also erstmal Dingi ins Wasser und rüber an Land, um den Papierkram zu erledigen und offiziell einzureisen.

Und Dominika, oder Waitukubuli (tall is her body) wie die Insel bei den Kariben heisst, empfängt uns mit einer gewaltigen Welle an Freundlichkeit! Überall werden wir mit einem Lächeln und einem freundlichen Hallo begrüsst und die sonst oftmals so mürrischen Offiziellen von Zoll und Immigration halten ein nettes Pläuschchen mit uns, während sie ganz nebenbei den Papierkram erledigen. Unsere Stimmung geht schlagartig nach oben! Mit unserem Boot geht es am nächsten Tag auch einen Schritt voran. Mit den drei übrig gebliebenen Gummipuffern aus Portugal bekommen wir die Kupplung soweit geflickt, dass wir wieder bewegungsfähig sind, die neuen Teile sind bestellt und auf dem Weg nach Martinique. Die Haltekraft unseres Ankers wird auch bestätigt, als auf einmal zwei Boote an unserem Haken hängen. Auf dem Rückweg vom Zoll bemerken wir ein losgerissenes 13-14 Meter langes englisches Holzboot, welches direkt auf unsere INTI zutreibt! Smutje gibt Vollgas, doch wir kommen erst an, als das Boot schon an unserem klebt. Glücklicherweise ist das Dingi des anderen Bootes ein weiches Schlauchboot und liegt wie ein überdimensionaler Fender zwischen den beiden Booten, es kommt zu keinen Schäden. Smutje brüllt „Aufwachen! Wake up!“ und hämmert wie ein Irrer auf dem anderen Boot rum. Doch trotz Dingi keine Antwort, wahrscheinlich hat sich die Crew zu einem Landausflug abholen lassen. Also schnappt er sich eine Leine und hängt den verlassenen Kahn erstmal hinten dran, bis Hilfe von den Boatboys naht. Die aufmerksamen Helfer hängen den Kahn wieder an seine Boje und am nächsten Morgen segelt er davon, vermutlich ohne dass die Crew auch nur einen Hauch davon mitbekommen hat! Leider haben wir die Besitzer verpasst, oder vielleicht auch ganz gut, denn Smutje war ziemlich stinkig als er bemerkt, dass der Grund für das ganze Theater ein schlampiger Knoten der anderen Yacht war…
Die Boatboys haben einen Super-Job gemacht. Auf den anderen Inseln sind sie ja stellenweise etwas anstrengend, da sie einem oftmals auf ziemlich penetrante Weise etwas andrehen wollen. Manche warten schon Meilen vor einem Ankerplatz, um ihre Dienste anzubieten. Wir können das verstehen, denn Geld und Arbeit ist knapp auf den Antillen, aber die Art ist nicht besonders schlau. Viele Jachties sind einfach nur genervt. Die Jungs von Portsmouth sind schlauer, haben sich zusammengetan, organisiert und die Portsmouth Association of Yachtservice, kurz P.A.Y.S, gegründet. P.A.Y.S vermietet Moorings, ist immer auf Funk erreichbar falls es Probleme geben sollte, patrouilliert nachts in der Bucht um Einbrüche zu verhindern (was die Kriminalität praktisch auf Null gebracht hat), organisiert Touren über die Insel und hat schon X gestrandete oder losgerissene Yachten gerettet. Das Ganze passiert in einer angenehm unaufdringlichen Art, wenn du etwas willst bekommst du es, wenn du nichts willst, kein Problem. Und siehe da, das Konzept geht auf, P.A.Y.S ist ziemlich erfolgreich bei den Jachties! Jeden Sonntag veranstalten sie zudem eine grosse Grillparty mit ordentlich Musik und Rumpunsch, bei der alle Boote und Boatboys und andere Leute von der Insel zusammenkommen, sich austauschen und das Tanzbein schwingen. Mit den Einahmen aus dieser wöchentlichen und immer gut besuchten Party scheint sich die Organisation ganz gut finanzieren zu können. Auch wir finden, dass die 15 euro für „all you can eat and drink“ gut angelegtes Geld für diese super Organisation sind, und fragen uns, warum auf den anderen Inseln eigentlich noch keiner auf dieselbe Idee gekommen ist?

Also, die Teile sind unterwegs, Anker hält, die Jungs von P.A.Y.S passen auf, Zeit die Insel zu erkunden! Zusammen mit ein paar Freunden schlängeln wir uns in einem Sammeltaxi die Serpentinen hoch in den Norden der Insel. Wir sind ganz erschlagen von der wilden und massiven Natur. Es geht vorbei an dichtem Urwald, wilden Bächen und bunten Häuschen. Erster Stop sind ein paar kalte Schwefelquellen. Es blubbert und brodelt wie wild aus der Erde und stinkt verdammt nach faulen Eiern. Weiter geht es erstmal zu Fuss zum Dorf Penville, durch Urwald und Tarofelder, an Kokosnusspalmen, Pampelmusenbäumen und Bananenstauden vorbei. In den Bergspitzen hängen die Wolken und in den Tälern plätschern die Bäche, einfach nur schön! 365 Flüsse soll es angeblich in Dominica geben, für jeden Tag im Jahr einen. Dazwischen überall Wasserfälle, heisse Quellen und wilde Berge. Auch hier werden wir wieder überall freundlich gegrüsst und so dauert es auch nicht lang, bis wir in der „Dorfpinte“ von Penville bei einem gegrillten Hühnerbein und einem eiskalten Kubuli-Bier einen Fahrer mit Pick-Up finden, der uns und unsere mittlerweile ziemlich müden Beine weiter bringen will. Also alle (sechs Erwachsene und ein Kind) rauf auf die Ladefläche und ab gehts weiter die Serpentinen hoch. Der Fahrer ist sichtlich stolz auf seine Fracht und bestätigt das ordentlich mit seiner Hupe, worauf er viel Gejohle und Gewinke erntet. Nach einem Stop an einem wunderbaren Wasserfall mitten im Urwald bringt er uns dann wieder runter nach Portsmouth. Den Abend verbringen wir zusammen auf dem Boot der „Roadrunner“ Crew. Boot ist eigentlich untertrieben, sie haben ein schwimmendes Haus! Der 57 Fuss lange Katamaran verfügt über verschiedene Schlafzimmer und Bäder in seinen Rümpfen und in der Mitte gibt es einen gewaltigen Salon mit unendlich viel Platz, einer Riesenküche, einer Bar, echtem Kühlschrank, Waschmaschine und und und. Wir staunen nicht schlecht. Das französische Pärchen hat lange in Mauritius gelebt, hat irgendwann diese ausrangierte Charterjacht angeboten bekommen und kurzerhand ihren Sohn unter den Arm geklemmt und ist einfach los, ohne besonders viel Ahnung vom Segeln zu haben. Von Mauritius nach Afrika, Brasilien und weiter in die Karibik. Natürlich gibt es da viel zu erzählen und wir stellen wieder einmal erstaunt fest, dass wir so einige gemeinsame Bekannte haben.

Und dies sollte nicht unser einziger Spaziergang, besser gesagt Wanderung, sein. Gemeinsam mit unseren französischen Freunden von der „Tidom“ mieten wir ein Auto und düsen über die Insel. Wir kämpfen uns durch den Dschungel zu zwei wunderschönen Wasserfällen, nicht ohne ein erfrischendes Bad zu nehmen. Wir fahren an einem traditionellen Karibendorf vorbei, die Kariben sind die am längsten bekannten Bewohner der Karibik und als sehr kriegerisch und blutrünstig bekannt. Sie haben den auch nicht besonders zimperlichen Spaniern, Engländern, Franzosen und Holländern ordentlich Feuer unterm Hintern gemacht und so einige Kolonisationsversuche Dominicas erfolgreich verhindert. Doch auch wenn Dominica die einzige Insel mit noch existenter Karibenkultur ist, ist auch hier nicht mehr viel übrig geblieben. Beim Dorf angekommen, stellen wir fest, dass wir kein Geld für den Eintritt haben, heute funktionierten die Geldautomaten mal wieder nicht. So machen unsere Freunde einen Rundgang (sie hatten auch nicht mehr viel Geld dabei), doch der Tourguide von der Kasse meint es wirklich gut mit uns. Wir dürfen umsonst einen Rundgang machen, ohne Führung, aber auch ohne zu bezahlen. Er ist nicht nur unglaublich freundlich sondern auch sichtlich stolz auf seine Vorfahren und meint, wir müssen uns das unbedingt anschauen, wenn wir schon mal hier sind. Wir bestaunen die alten Hütten und das traditionelle Handwerk der Kariben und freuen uns riesig über dieses Entgegenkommen.

Unser nächster Ausflug führt uns mit dem Sammeltaxi nach Roseau, der Inselhauptstadt. Wir lassen uns im farbenfrohen Gewirr der Strassen treiben, laufen durch den botanischen Garten und staunen über die grosse Ansammlung von Kirchen hier. Auf dem Rückweg im Kollektivtaxi staunen wir nicht schlecht, als der Rastamann neben Smutje ihn auf einmal in astreinem Deutsch anspricht. Er hat ewig in Deutschland gearbeitet und lebt jetzt in einem kleinen Haus am Meer, was ganz idyllisch alleine da steht.

Aus einem Besuch auf dem örtlichen Obst- und Gemüsemarkt in Portsmouth wird ein unerwarteter Spaziergang am wundervoll magischen Indian River entlang. Freunde von uns kennen den Eingang und uns stockt uns der Atem ob soviel Schönheit. Riesige Baumwurzeln säumen das Ufer, Redwoodtrees gibt es hier und der Fluss lässt einen innehalten vor lauter Anmut. Leicht milchig fliesst er daher, seichte Sonnenflecken fallen durch einen dichten Baldachin von grossen Urwaldgewächsen. Einige Szenen des Films „Fluch der Karibik“ wurde hier gedreht und wir denken, dass nicht viel an der Kulisse aufgehübscht werden musste. Auf einer alten Brücke sitzt ein Rasta spielt Flöte, bastelt Kettchen und schnitzt Ringe. Mit leuchtenden Augen verkauft er uns ein Armbändchen und ganz viel Rastaphilosophie dazu.
Am nächsten Tag kämpfen wir uns noch einmal durch den Dschungel zu einem alten Fort. Von hier hat man eine wunderbare Aussicht auf die komplette Bucht, allerdings muss man auf den Wegen ordentlich trampeln, da es hier Schlangen gibt, die sich auch uns über den Weg schlängeln. Die locals versichern uns jedoch, dass es auf Dominica nichts Böses gibt, also auch keine Giftschlangen. Wir vertrauen ihnen einfach.
Nebenbei lernen wir in Portsmouth viele liebe Segler kennen und haben etliche schöne Momente mit Menschen aus unterschiedlichsten Ländern. Und doch bekommen wir langsam Hummeln im Po, denn die Ersatzteile für den Motor sind mittlerweile in Martinique angekommen und wir wollen uns langsam mal wieder bewegen, denn in der Bucht pfeift und heult der Wind schon seit Tagen. Also machen wir uns bereit für einen kurzen Trip nach Roseau, dort gibt es Moorings, so dass wir den Motor nicht zum Ankern belasten müssen. Der Wind steht gut und so haben wir auch auf der Leeseite der Insel genug davon, um unser Ziel zu erreichen. Von hier aus unternehmen wir abschliessend unseren schönsten Ausflug. Mit dem Bus geht es in den Nationalpark, wir sind die ersten hier und haben so zwei direkt nebeneinander liegende Wasserfälle ganz für uns. Sie werden von den Einheimischen liebevoll „Mama“ und „Papa“- Fälle genannt. Und das Besondere daran ist: einer ist warm und der andere kalt! So springen wir in unser Badezeug und kneippen von einem Becken zum anderen Becken. Ganz allein im seichten Morgenlicht, die Geräusche des Dschungels umgeben uns und durch das saftige Grün leuchten einige Morgensonnenstrahlen. Tatsächlich fällt uns auf, dass wir seit vier Monaten nicht mehr geduscht haben, bei uns heisst es, ab ins Meer springen, dann einseifen, wieder ins Meer, abwaschen und eine kleine Buddel Süsswasser über den Kopf kippen. Wir geniessen das Bad im warmen Pool und unsere Knochen schreien „Hurra“! Nach diesem Erlebnis wandern wir noch einen Berg hinauf und wieder hinunter, wir werden langsam hungrig. Die Insel ist unglaublich fruchtbar, es regnet häufig, und so plündern wir einen Pampelmusenbaum, denn davon gibt es hier unzählige. Mit Vitaminen versorgt schreit unser Magen trotzdem:“Hunger!“, doch in dem Dorf, welches wir erreichen, scheint es nichts zu geben. Ein paar Häuser, eine Bushaltestelle und das war´s. Na gut, wir laufen weiter zu unserem nächsten Ziel. Wieder ein Drehort vom „Fluch der Karibik“. Doch auf dem Weg dorthin steht eine kleine Hütte und ein paar Tische davor, es duftet köstlich. Magnetisch angezogen laufen wir hinein, Papa kocht noch, aber er kann uns Sandwiche machen. Und die sind gut! In diesem Moment sind es die besten Sandwiche der Welt, voller Liebe und Aroma! Gestärkt geht es zum letzten Ziel. Von Nahem sieht alles nicht spektakulär aus. Ein Becken, in welchem ein paar Leute baden. Doch Nein! Hinter dem Becken schwimmen wir im eiskalten Wasser durch hohe bemooste Felsen, über uns dichter Farn, zu einem unterirdischen Wasserfall. Den erklettern wir und dahinter verbirgt sich ein zweiter. Einfach mystisch und magisch. Nach so vielen Eindrücken laufen wir zurück zur Bushaltestelle, doch als da einfach gar kein Auto vorbeifährt strecken wir einfach beim ersten Motorengeräusch den Arm aus und werden prompt von einer Familie, die wohl vom Pampelmusenpflücken kommt, mitgenommen. Einfach so. Dominica. Wir geben unsere letzten EC-Dollar auf dem sehr gut bestückten Markt in Roseau aus, Möhren, Auberginen, Bohnen, Papayas und Mangos wandern für kleines Geld in unsere Taschen. Ein Ti-Punch noch auf unserer INTI, mit einem Green-Flash der untergehenden Sonne, bevor es am nächsten Tag nach Martinique gehen soll.
Morgens früh legt noch unter grossem Tröten und Pfeifen das Riesen-Kreuzfahrt-„Mein Schiff“ direkt vor unserer Nase an. Wir lösen die Leinen von unserer Mooring und setzen die Segel. Wir müssen segeln, dafür brauchen wir auch auf der Leeseite Wind, da wir unseren Motor nicht belasten können. Aus der Bucht raus haben wir fast gar keinen Wind und sind schon leicht demotiviert als wir mit mit schlappen Segeln dahindümpeln, da das Wetter für den Kanal zwischen Dominica und Martinique nur für diesen Tag gut aussieht. Doch dann frischt es auf und wir haben den gewünschten Segelwind. Im Kanal schüttelt es uns kräftig durch, die Welle ist zwar nicht so hoch, doch unerwartet erwischt uns ein nicht endenwollender Regensquall mit sehr starken Böen. In der Abdeckung von Martinique angekommen, schläft der Wind fast völlig ein. Was tun? Um ankern zu können, müssen wir den Motor benutzen, aber ewig in der Flaute dümpeln? Nach einiger Zeit jedoch frischt es deutlich auf, doch kommt der Wind nun fast von vorne! Also segeln wir hart am Wind, es pfeift die Berge hinunter, bis der Wind hin und wieder einschläft. Doch wir wollen unbedingt unser Ziel, Case Pilots, erreichen. Hier gibt es einen kleinen Fischereihafen und die Volvo-Werkstatt, in der unsere Ersatzteile auf uns warten. Wir werden zunehmend nervöser, ist doch der Hafen schlecht in den Seekarten verzeichnet und der Wind schläft schon wieder, die Sonne geht auch bald unter. Doch auf einmal taucht eine kleine Mole vor unserem Fernglas auf. Das muss es sein! Mit letzter Kraft (der Sonne und unserer) fahren wir eine Wende nach der anderen, um in die Einfahrt zu kommen. Doch da! Ein kleines Fischerboot mitten im Wasser, Papa und Opa angeln im Sonnenuntergang. Smutje zückt seine Mütze und wedelt wie wild nach den beiden Fischern. Sie haben verstanden und kommen an unser Boot heran. Mit unserem rudimentären Französisch erklären wir ihnen unsere Lage und schon ist die Leine gezückt und sie ziehen uns in den kleinen Hafen. An der Mole stehen Männer, schnell haben sie unsere Leinen entgegen genommen und fest vertäut liegt INTI ohne Motoreinsatz längsseits im Hafen. Unsere Herzen schlagen Purzelbäume, Hinkelsteine kullern von unserer Seele, denn das ist erstmal geschafft.